Die Schule

Vier Profile formen Leben und Arbeiten

"Niemand sagte mir, was ich tun soll, doch der Herr offenbarte es mir."
Franz von Assisi

"Höre und du wirst leben."
Buch Deuteronomium


Ihr unverwechselbares Gesicht erhalten unsere Schulen durch vier Profilelemente die Leben und Arbeiten formen:
Erziehung und Bildung auf der Grundlage franziskanischer Spiritualität,
Ganzheitliche Erziehung und Bildung,
Mädchen- und Frauenbildung,
Leben in der Schule, das geprägt ist von Annahme und Wertschätzung, von Begegnung und Dialog, von Betreuung und Fürsorge.
Grundlage unserer pädagogischen Arbeit ist der christliche Glaube. Vor allem orientieren wir uns am christlichen Menschenbild, das Franz von Assisi in einzigartiger Weise verkörpert hat:

Wir sehen den Menschen als Gegenüber Gottes, der ihn annimmt, anspricht und zu einem Leben in Liebe beruft. Geliebt wird er frei, seinen eigenen Weg zu suchen und zu gehen. In dieser Erfahrung der Freiheit erlebt er sich als Angesprochener und Antwortender in seinen Beziehungen zu Personen, Sachen und zu sich selbst und in der Erfahrung der Verantwortung in den Situationen seines Lebens. So bildet sich der Mensch hörend und antwortend in Begegnungen im Verlauf seines Lebens und wird zum einzigartigen Bild des Menschen und zum Abbild Gottes bei aller Gebrochenheit durch Begrenztheit und Schuld.

Im Bildungsangebot der Schulen geht es uns deshalb um folgende Lebenshaltungen:

Freiheit, den eigenen Weg zu suchen und zu gehen,
Liebe, die befreit und zur Liebe führt,
Aufmerksamkeit, die befähigt die Freiheit zu leben und den Situationen des Lebens gerecht zu werden,
Solidarität mit den Schwachen, mit den Armen und allen Geschöpfen, durch die wir uns selbst kennen lernen,
Offenheit für Gott, der uns durch unsere Freiheit ins Leben führen will.

Die Lebensweise von Franz von Assisi fordert uns heraus, die Schülerinnen und Schüler so zu begleiten, dass sie sich angenommen, dazugehörig und wertvoll wissen. Sie sollen Vertrauen gewinnen, sich selbst etwas zutrauen, ihre Kräfte entfalten, Stärken sehen und einsetzen, Grenzen erweitern und annehmen, Interessen gewinnen, sich Ziele setzen und ihnen folgen. Sie lernen, für sich und das eigene Tun, für andere und das Zusammenleben Verantwortung zu übernehmen.

Wir pflegen und üben besonders dialogische Handlungsweisen, um die Schülerinnen und Schüler zum Gespräch mit ihrer Welt zu befähigen: Sprechen und sich vielfältig ausdrücken, zuhören und sich mitteilen, eigene Vorstellungen und Anliegen vertreten und den anderen gelten lassen, verhandeln und aushandeln, sich gegenseitig unterstützen und zusammenwirken, aber auch mit allen Sinnen wahrnehmen und empfinden, betrachten und staunen, entdecken und fragen, beobachten und analysieren, reflektieren und verstehen, werten und entscheiden, handeln und gestalten, schweigen und sich hingeben.

Der Unterricht hat den Dialog mit Sachen, Situationen und Personen zum Gegenstand. Er öffnet sich deshalb für ein selbst entdeckendes und selbst gesteuertes Lernen. Die Freiarbeit ermöglicht den Schülerinnen und Schülern, einem Gegenstand selbst zu begegnen, handelnd zu verweilen und ihn sich auf verschiedene Art und Weise anzueignen. In der Projektarbeit können sie ihr fachliches Wissen und Können einbringen, ihre methodischen Kompetenzen sichern und erweitern und ihre Fähigkeit zur Zusammenarbeit entfalten. Im Morgenkreis geht es um sie selbst, um ihre Fähigkeit wahrzunehmen, zu erleben und mit anderen zusammen zu leben.

Im Leben und Arbeiten halten wir die Erinnerung an Gott wach, der unser eigentliches Gegenüber ist und dem wir im Gespräch mit unserer Welt begegnen können. Unser Leben und Arbeiten bringen wir zu ihm in Gebet, Fest und Gottesdienst.
In der Zeit des Übergangs vom Kindsein zum Frausein wollen wir den Mädchen und jungen Frauen eine Umgebung schaffen, die es ihnen erleichtert, sich mit eigenen Themen, mit der eigenen Geschlechtlichkeit und den eigenen und fremden Erwartungen und Rollenzuschreibungen auseinander zu setzen und sich ein eigenes weibliches Selbstverständnis zu erarbeiten.
Im Unterricht werden geschlechtsbezogene Zugangs- und Betrachtungsweisen beachtet.
Interessen entstehen und Begegnungen können ermöglicht werden, die unabhängig sind von gesellschaftlichen Rollenzuschreibungen. So können Begabungen und Aufgaben entdeckt, berufliche und private Möglichkeiten erweitert und individuelle Wege eröffnet werden.

Unser Bildungskonzept geht weit über die Schule hinaus. Es umfasst das ganze Leben. Deshalb ist uns die Zusammenarbeit mit den Eltern ein großes Anliegen. Nur gemeinsam können wir die jungen Menschen auf ihrem Bildungsweg begleiten. Dabei haben Schule und Elternhaus je eigene Aufgaben, die wir im Gespräch miteinander entdecken wollen.